Der "Totimpfstoff" von Novavax

Der proteinbasierte Impfstoff von Novavax (Nuvaxovid®) wird  von der STIKO für alle Menschen ab 12 Jahren zum Schutz vor COVID-19 empfohlen. Hier erfahren Sie mehr über den neuen Impfstoff. 

Wirkprinzip

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Der Impfstoff des Herstellers Novavax unterscheidet sich von den bisher zugelassenen Impfstoffen. Anders als diese basiert er nämlich nicht auf einem genetischen Wirkprinzip, sondern entfaltet seine Wirkung durch die direkte Gabe eines im Labor hergestellten Eiweißes. Deshalb wird er auch als proteinbasierter Impfstoff oder Proteinimpfstoff bezeichnet.

 

Anders als bei den bisher eingesetzten Impfstoffen wird nicht der genetische Bauplan eines Virusbestandteils verabreicht, sondern das bereits fertige sogenannte Spike-Protein. Das Immunsystem des Menschen produziert dann Antikörper gegen dieses Protein, die dann helfen, das echte Virus zu bekämpfen. 

Im Gegensatz zur mRNA- und Vektortechnologie wird das Wirkprinzip von Novavax schon länger eingesetzt – die gängigen Grippeschutzimpfungen zum Beispiel sind ebenfalls Proteinimpfstoffe. 

Wirksamkeit

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Die Wirksamkeit des neuen Impfstoffs wurde in einer Studie mit rund 50.000 Teilnehmern zwischen 18 und 84 Jahren an insgesamt 119 Testzentren in Australien, Südafrika, im Vereinigten Königreich, den USA und Mexiko untersucht. Dabei wurde eine sehr gute Wirksamkeit in Bezug auf den Schutz vor moderaten und schweren Verläufen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen. In den Zulassungsstudien war die Wirksamkeit mit der der mRNA-Impfstoffe vergleichbar.


Gemäß einer Mitteilung des Herstellers zeigen erste Daten, dass das Präparat auch einen guten Schutz vor der sehr ansteckenden Delta- und der in Baden-Württemberg inzwischen dominanten Omikron-Variante bietet. Durch eine Booster-Impfung werde dieser Schutz noch einmal verbessert. Weiterführende Daten werden in den kommenden Wochen erwartet.

Wer sollte sich mit Novavax impfen lassen?

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Der Impfstoff von Novavax bietet sich insbesondere für Menschen an, die dem neuen Wirkprinzip der mRNA- und Vektorimpfstoffe misstrauen. Außerdem könnten Menschen, die bislang etwa aufgrund einer Unverträglichkeit gegenüber den bisher eingesetzten Impfstoffen nicht geimpft werden konnten, jetzt auch einen sicheren und verträglichen Schutz erhalten. 


Unabhängig von den laufenden Untersuchungen zum Impfstoff von Novavax ist inzwischen bekannt, dass Kreuzimpfungen gegen das Coronavirus wirksamer sind, als die wiederholte Gabe eines einzigen Impfstoffs. Sollten sich die positiven ersten Ergebnisse der Untersuchungen mit dem Impfstoff von Novavax als Auffrischungsimpfung bestätigen, könnten also in Zukunft auch Menschen, die zuerst mit BioNTech, Moderna, Johnson & Johnson oder AstraZeneca geimpft wurden, von einer Novavax-Booster-Impfung profitieren. 


Die STIKO-Empfehlung

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Alternativ zu den bereits empfohlenen COVID-19-Impfstoffen empfiehlt die STIKO zur Grundimmunisierung gegen COVID-19 den Impfstoff Nuvaxovid von Novavax für Personen ab 12 Jahren mit 2 Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 3 Wochen


  • Die Anwendung von Nuvaxovid während der Schwangerschaft und Stillzeit wird aufgrund fehlender Daten zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen. Eine Impfung mit Nuvaxovid in der Schwangerschaft und Stillzeit kann jedoch im Einzelfall erwogen werden, wenn eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe besteht. 


  • Besteht nach Verabreichung der 1. Impfung mit einem anderen COVID-19-Impfstoff eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegen eine Fortführung der Impfserie, kann die Grundimmunisierung mit Nuvaxovid vervollständigt werden. 


  • Immundefiziente Patienten, die eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegenüber anderen COVID-19- Impfstoffen aufweisen oder die auf die bisher verfügbaren Impfstoffe keine messbare Immunantwort gegen SARS-CoV-2 entwickelt haben, können mit Nuvaxovid geimpft werden. 


  • Ungeimpfte Personen mit einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion können 1 Impfstoffdosis Nuvaxovid zur Vervollständigung der Grundimmunisierung erhalten. 


  • Obwohl Nuvaxovid bisher nicht zur Auffrischimpfung zugelassen ist, kann Nuvaxovid bei produktspezifischen medizinischen Kontraindikationen gegen mRNA-Impfstoffe zur Auffrischimpfung verwendet werden. Es ist zu erwarten, dass auch für Nuvaxovid eine Zulassung für eine Auffrischimpfung beantragt werden wird. Die STIKO wird die
    Daten dann evaluieren und die Empfehlungen ggf. anpassen.


  • Personen, die mit einem nicht in der EU zugelassenen, inaktivierten Ganzvirusimpfstoff (Covaxin/ BBV152 [Bharat Biotech], Covilo [Sinopharm] oder CoronaVac [Sinovac]) oder mit dem Vektor-basierten Impfstoff Sputnik V [Gamaleja] mindestens 2-mal geimpft worden sind, erhalten eine 1-malige Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff oder mit Nuvaxovid im Mindestabstand von 3 Monaten zur letzten Impfung.



Wie erfolgt die Impfung mit Novavax?

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Eine reguläre Impfserie besteht aus zwei Impfdosen, die in einem Abstand von mindestens 21 Tagen verabreicht werden. Die Impfung erfolgt, wie die mit den meisten anderen Impfstoffen auch, durch eine Injektion in einen Oberarmmuskel. 

Gegenanzeigen 

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Als einzige Gegenanzeige gilt eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile der Zubereitung. 

Risiken und Nebenwirkungen

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Wie alle Medikamente können auch Corona-Impfstoffe Nebenwirkungen hervorrufen. Das passiert allerdings sehr selten. Die Zulassungsstudien ergaben keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen nach der Impfung mit dem Impfstoff von Novavax. Die STIKO stellt dazu fest, dass die Datenlage zu dem Impfstoff von Novavax noch begrenzt ist.


Häufiger sind sogenannte Impfreaktionen. Darunter versteht man unerwünschte Wirkungen, die auf die Immunantwort des Körpers zurückzuführen sind. 


Die unter Novavax beschriebenen Impfreaktionen sind mit denen anderer Impfstoffe vergleichbar. Die häufigsten in den Zulassungsstudien beobachteten Impfreaktionen waren Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle (75 %), Schmerzen an der Injektionsstelle (62 %), Müdigkeit (53 %), Muskelschmerzen (51 %), Kopfschmerzen (50 %), Unwohlsein (41 %), Gelenkschmerzen (24 %) und Übelkeit oder Erbrechen (15 %). Die Beschwerden waren in der Regel leicht bis mittelschwer und hielten nicht mehr als 2 Tage bei lokalen Ereignissen und nicht mehr als 1 Tag bei Ereignissen, die den ganzen Körper betrafen, an.


Weitere Informationen auch zu selteneren Ereignissen nach der Impfung mit Novavax finden Sie in der Fachinformation

Weitere Informationen

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Weitere Informationen finden Sie im Aufklärungsmerkblatt zur Schutzimpfung gegen
COVID-19 mit proteinbasiertem Impfstoff
, welches Sie auf der Website des RKI herunterladen können.

Dieses Merkblatt dient nur zu Ihrer Information. Sie müssen es nicht zu Ihrem Impftermin mitbringen. Weitere Fragen beantwortet Ihr Impfarzt vor Ort.

Mitbringen

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Impfpass

Bitte bringen Sie Ihren gelben Impfpass zum Termin mit. Sollten Sie keinen Impfpass vorlegen, stellen wir Ihnen ein amtliches Ersatzformular zur Dokumentation der durchgeführten Impfung aus.

Ausweis

Bitte bringen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis zum Termin mit. Sollten Sie nicht über ein von einer deutschen Behörde ausgestelltes amtliches Dokument verfügen, ist zusätzlich eine Meldebescheinigung oder ein Nachweis einer Beschäftigung in Deutschland erforderlich.
Bitte beachten Sie: Ohne amtlichen Lichtbildausweis ist laut Gesetz keine Impfung möglich!

FFP-Maske

Bitte beachten Sie: Die Impfpraxis Eppingen ist eine Arztpraxis im Sinne des Infektionsschutzgesetzes. Das Tragen einer FFP-Maske ist daher entsprechend der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg verpflichtend vorgeschrieben!


Der offizielle Anamnesebogen und die Einwilligungserklärung sind nicht mehr erforderlich.

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