Medizinische Informationen

Während unserer Sommerpause werden wir den Stand der hier zur Verfügung gestellten Informationen nicht immer aktuell halten können. Wir bitten um ihr Verständnis.

Jetzt impfen lassen? - Der Überblick

+++ genesen +++ geboostert +++ Johnson & Johnson +++ Viertimpfung +++ Omikron

Inzwischen gilt es als gesichert, dass die inzwischen in fast ganz Deutschland dominante Omikron-Variante des Coronavirus weniger häufig zu Erkrankungen führt, die im Krankenhaus oder gar auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Außerdem ist bekannt, dass sich auch geimpfte Menschen mit dem Virus anstecken können.


Was trotzdem für eine Impfung spricht, und was Sie beachten müssen, wenn Sie z.B. mit Johnson & Johnson geimpft wurden oder bereits an COVID-19 erkrankt waren, erklären wir hier.

Was spricht für eine Impfung gegen COVID-19?

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Auch jüngere Menschen ohne Vorerkrankungen betroffen

Obwohl die Erkrankung nach einer Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus (SARS-CoV-2) meist milder verläuft als die mit den Vorgänger-Varianten, kommt es weiterhin zu schwerwiegenden Verläufen. Wie vorhergesagt nehmen jetzt bei weiter steigenden Fallzahlen inzwischen auch die Krankenhauseinweisungen wieder zu. Zunehmend müssen auch jüngere Menschen und solche ohne Vorerkrankungen stationär behandelt werden.


Was passiert mit den Älteren?

Und dabei ist die neue Variante noch gar nicht bei den älteren und damit besonders gefährdeten Menschen angekommen: Die mit Abstand höchsten Inzidenzen finden sich derzeit in den Schülerjahrgängen.


Schutz vor schwerer Erkrankung und Tod

Zahlreiche Studien belegen inzwischen einen hervorragenden Schutz der Impfung vor einer schweren Erkrankung oder Tod auch bei der Omikronvariante. 

 

Schutz vor Long-COVID

Long-COVID bei Erwachsenen ist definiert als ein Fortbestehen oder Wiederauftreten von Symptomen, die sich während oder nach einer COVID-19-Erkrankung entwickeln, länger als

12 Wochen andauern und nicht durch eine alternative Diagnose erklärt werden können. 


Etwa 10 % aller Infizierten sollen Schätzungen zufolge betroffen sein, und zwar unabhängig davon, wie schwer der Verlauf der akuten Erkrankung war. 


Die Betroffenen leiden unter einem großen Spektrum von Beschwerden und sind zum Teil monatelang schwer beeinträchtigt. Dauerhafte Schäden an allen Organen inklusive dem Gehirn sind beschrieben und durch sogenannte bildgebende Verfahren (z.B. CT oder Kernspintomographie) sichtbar gemacht worden. 


Inzwischen gibt es Belege dafür, dass die beschriebenen Beschwerden bei Geimpften, die trotz Impfung COVID-19 durchgemacht haben, nicht häufiger vorkommen als bei Menschen, die - geimpft oder ungeimpft - noch nie Kontakt mit dem Virus hatten.


Kein solider Immunschutz durch Infektion

Anders als die Infektion durch die vorher dominante Delta-Variante hinterlässt die Omikron-Variante bei vorher nicht geimpften Menschen offenbar keinen soliden Schutz vor einer Reinfektion. Das bedeutet, dass sich Betroffene nach durchgemachter Infektion mit demselben Erreger sehr bald erneut infizieren können. Gegen andere Varianten wird durch die Infektion mit der Omikron-Variante kaum überhaupt ein Schutz aufgebaut.


Auch hier bietet eine vorangegangene Impfung einen guten Schutz: Mit jeder Infektion nach erfolgter Impfung wird der Immunschutz “breiter”, deckt also auch mögliche in der Zukunft auftretende Varianten besser ab.

Was spricht für einen Booster? 

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Wie bei vielen Impfungen gegen andere Erkrankungen auch, ist die Impfung gegen COVID-19 nach Einschätzung der meisten Experten erst nach 3 verabreichten Dosen vollständig.

Hinzu kommt, dass der Immunschutz mit jeder verabreichten zusätzlichen Impfung “breiter” wird. Das bedeutet, dass die Impfung nach mehrfacher Gabe auch gegen neu auftretende Varianten schützt, obwohl sie ursprünglich gegen den Urtyp entwickelt worden war. 

Außerdem lässt die Anzahl der Antikörper gegen das Virus naturgemäß mit zunehmendem Abstand von der letzten Impfung nach, sodass seit einiger Zeit auch von der STIKO die sogenannte Auffrischimpfung (Booster) für alle Menschen ab 12 Jahren unabhängig von einer möglichen Vorerkrankung oder sonstigen Risikofaktoren empfohlen wird.

Wir führen Booster-Impfungen durch  

  • Kinder ab 5 Jahren mit Vorerkrankungen oder nach individueller ärztlicher Beratung im Einzelfall
  • alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren
  • auch Viert- und weiteren Folgeimpfungen für bestimmte Personengruppen oder nach individueller ärztlicher Beratung im Einzelfall
  • nach durchgemachter Infektion (ab 4 Wochen nach ärztlicher Beratung)
  • Nach Erstimpfung mit Johnson & Johnson (COVID-19 Vaccine Janssen) nach 4 Wochen
  • für Personen mit einer Immunschwäche gelten abweichende Empfehlungen (s. hier

2. Auffrischimpfung (Vierte Impfung)

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Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz nach der 1. Auffrischimpfung gegen Infektionen mit der momentan zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt. Dies ist insbesondere für Menschen ab 70 Jahren und für Personen mit Immunschwäche bedeutsam, da diese das höchste Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf nach einer Infektion haben. Durch die 2. Auffrischimpfung soll der Schutz verbessert und schwere Erkrankungen bei gefährdeten Personen verhindert werden.


Die STIKO empfiehlt deshalb eine 2. Auffrischimpfung für Menschen ab 70 Jahren, BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege, Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren sowie Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen (insbesondere bei direktem PatientInnen- und BewohnerInnenkontakt).


Zitat aus: Empfehlung zur 2. Auffrischimpfung für besonders gesundheitlich gefährdete bzw. exponierte Personengruppen

Wie immer ist die Empfehlung der STIKO als Orientierung zu werten. Die hier vorgelegte Formulierung bedeutet ausdrücklich nicht, dass Personen, die die vorgenannten Kriterien nicht erfüllen, nicht auch ein viertes Mal geimpft werden dürften. Bitte lassen Sie sich zu Ihrer individuellen Situation von uns beraten.

Am 29.03.2022 forderte Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach im Rahmen von 

Beratungen mit seinen EU-Kollegen eine vierte Coronaimpfung für alle Menschen ab 60. Zur Begründung führte er an,  dass durch die vierte Impfung neuesten Daten aus Israel zufolge die Sterblichkeit in dieser Altersgruppe im Vergleich zu nur drei mal geimpften Personen noch einmal um 80 Prozent reduziert werden könne.

Genesen

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Nachfolgende Informationen fassen den Stand der medizinischen Erkenntnisse und der daraus resultierenden Empfehlungen zusammen (Stand 29.03.2022). Zu den politischen Konsequenzen und den Regelungen in Baden-Württemberg informieren Sie sich bitte direkt über unten angeführte Quellen.

Zum Nachweis einer durchgemachten Infektion ist ein PCR-Test erforderlich. Um als genesen zu gelten, muss das Datum der Abnahme des positiven Tests mindestens 28 Tage und darf höchstens 90 Tage zurückliegen*. 


Folgende Ausführungen fassen die aktuelle Empfehlung der STIKO und des RKI*** zusammen:

Vereinfacht gesagt wird eine SARS-CoV-2-Infektion wie eine Impfung gehandhabt. Dabei ist es wichtig, ob Sie vor oder nach Ihrer Impfung erkrankt sind.


Infektion vor der Impfung oder kurz danach:

Haben Sie sich vor Ihrer ersten Impfung oder weniger als 4 Wochen danach infiziert, so wird eine Impfung im Abstand von mindestens 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome empfohlen. Sie gelten dann als grundimmunisiert.


Infektion mindestens 4 Wochen nach der Impfung:

Haben Sie sich mehr als 4 Wochen nach Ihrer ersten Impfung (oder nach 2 vorher durchgeführten Impfungen) infiziert, gelten Sie ohne weitere Impfung als grundimmunisiert.


In beiden Fällen ist eine Auffrischungsimpfung nötig, und zwar 3 Monate nach der letzten Impfstoffdosis oder nach der Infektion (je nachdem, welches Ereignis zuletzt aufgetreten ist). Die Gabe der Auffrischungsimpfung ist bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19- Symptome möglich, wenn z.B. eine Exposition gegenüber neu aufgetretenen Virusvarianten anzunehmen ist, gegen die eine durchgemachte SARS-CoV-2-Infektion alleine keinen längerfristigen Schutz vermittelt (Immune-Escape-Varianten). Die aktuell zirkulierende Omikron-Variante ist eine solche Variante.

*Land Baden-Württemberg: Fragen und Antworten zum (digitalen) Nachweis für geimpfte und genesene Personen


**Corona-Regeln in Baden-Württemberg


***Detaillierte Informationen finden Sie im